Der Unterricht der jungen Blasmusiker hing natürlich
vom Geschick der älteren Musiker ab. Meist war es
üblich, dass bei Nachbarn „abgerichtet“ wurde.
Manche Mitglieder der Kapelle konnten schon mit sehr
profundem musikalischen Gespür ihr Wissen weitergeben:
unter diesen befanden sich Mitglieder von
Militärkapellen und Absolventen des Bruckner Konservatoriums.
Kapellmeister aus dieser Zeit waren Leopold Stöffelbauer,
Karl Seßler und ab 1959 Engelbert Stöffelbauer,
der die Kapelle weit über 30 Jahre leiten und auch
zum Mitbegründer der Musikschule werden sollte.
Neben der Blasmusik wurde aber auch die Pflege des
Streichernachwuchses gefördert: ich denke dabei an
hervorragende Geiger, die in St. Peter in der Au pädagogisch
wirkten: Notar Dr. Schmutz, Richard Wimmer
(„Wimmer Maler“), Leo Pachole und der Bildhauer
Kunibert Zinner.
Auch später haben immer wieder Lehrer die musikalischen
Geschicke St. Peters geprägt. Der „Gesangverein
Carl Zeller“ wurde lange von Dir. Alfred Finsel,
Dir. Ludwig Steinmetz und Johann Öhlinger geleitet.
Dass vielfach Lehrer als treibende Kräfte bei einer
gediegenen musikalischen Erziehung galten, war
natürlich kein Zufall. In der Lehrerbildungsanstalt, die
von ihnen besucht wurde, waren Pflichtfächer Violine
und Klavier, ab dem IV. Jahrgang kam noch der Unterricht
an der Orgel dazu. Viele Lehrer fanden so auch in
manchen Musikschulen in NÖ ein Betätigungsfeld.
Bereits 1953 wurde das Musikschulwerk für
Niederösterreich, damals bestehend aus nur 9 Musikschulen,
durchwegs aus städtischen Gemeinden,
gegründet. Die Kommission für das NÖ Musikschulwesen
wurde auch aus diesen Reihen gebildet.
Es waren dies unter anderem die Referenten Prof.
Walter Hofmann aus St. Pölten und StR Prof. Karl
Hofer aus Wr. Neustadt. Die Aufbauarbeit in den
Musikschulen gelang glänzend, bereits 1975 konnte
die 100. Musikschule in NÖ gegründet werden.
Den endgültigen Anstoß zu einem geregelten Musikunterricht
in St. Peter in der Au gab 1969 der damalige
Gemeinderat, Dr. Arthur Schneider. Er übte auch die
Funktion des Kulturreferenten aus. Bei einem Besuch
seines Schwiegervaters in Purgstall wurde ihm das
neue Schulgebäude gezeigt. Besonders beeindruckt
hatte dabei Dr. Schneider die damals dort schon
funktionierende Musikschule.

Der Gründer der Musikschule HOL Leopold Kriegbaum
mit dem bei den ersten Gesprächen anwesenden
amtierenden HS-Leiter OSR Rudolf Schneider
Zielstrebig machte er dem Bürgermeister der soeben
vereinigten Gemeinde von Dorf und Markt St. Peter,
Amtsrat Karl Scherzer, den Vorschlag, auch in unserer
Gemeinde die Gründung einer Musikschule ins Auge
zu fassen. Der Bürgermeister war dieser Neuerung
nicht abgeneigt, wenn entsprechende Personen die
Musikschule aufbauen könnten. Es dauerte nicht
lange, einem geeigneten Idealisten diesen Schritt
schmackhaft zu machen – es war dies Dir. Leopold
Kriegbaum, selbst ein begeisterter Geiger und Mitglied
des Kirchenchores. Die administrativen Voraussetzungen
wurden von diesem geschaffen, es fehlte
allerdings noch ein geeigneter musikalischer Leiter.